Bist du - du selbst? (… Häh?)

Natürlich war ich auch damals schon ich. Nur hatte ich ziemlich wenig Ahnung davon, was eigentlich wirklich zu mir gehört – und wie viel von dem, was ich lebte, eher aus Erwartungen, Gewohnheiten und Vorstellungen davon entstanden war, wie ich sein sollte.

Meine Geschichte mit Human Design

Ich hatte viele Rollen in meinem Leben: Tochter, Schwester, Enkelin, Partnerin, Freundin, Angestellte, Vorgesetzte, Kollegin, Patentante und natürlich noch ein paar mehr.

Die Rollen an sich waren gar nicht das Problem.

Schwieriger war, dass ich für viele davon ziemlich genaue Drehbücher im Kopf hatte: wie ich mich verhalten sollte, was man von mir erwarten konnte und was eben „zu mir passte“.

Und vieles, was vielleicht tatsächlich zu mir gehört hat, passte mit diesen Drehbüchern eeeeeecht schlecht zusammen.

Mit Human Design Selbstfindung

… um ehrlich zu sein, hatte ich keine Ahnung, woher dieses Gefühl kam. Es lief eigentlich recht gut: meine familiären und sozialen Kontakte sehr wertvoll, beruflich erfolgreich, ein schönes Zuhause, finanziell soweit alles im Griff, gesundheitlich nichts wirklich Besorgniserregendes.

Trotzdem ließ mich dieses Gefühl nicht los. Ich fühlte mich irgendwie anders, unverstanden (sowohl vom Rest der Welt, als auch von mir selbst) und vor allem aber fühlte ich mich gruselig weit weg von der Person, die ich eigentlich bin…

Human Design funktioniert

… dann traten da sehr unerwartet ein, zwei ziemlich schwierige Situationen in mein Leben und schüttelten mich sowie meinen Blick auf mein Dasein kräftig durch.

Da stellte ich mir plötzlich Fragen wie „wer zum Henker bin ich?“ und „was mache ich eigentlich hier?“.

Was ich zu diesem Zeitpunkt entdeckte: ich hatte eine ziemlich geniale Strategie entwickelt, um mich keinesfalls mit mir selbst auseinandersetzen zu müssen. Ich war gerne Ansprechpartner für die Anliegen anderer, füllte meinen Terminkalender liebend gerne endlos mit irgendwelchen Events…

Human Design Lebenshilfe

… Grandios!! – Denn so brauchte ich mich nicht mit mir oder meinen „Päckchen“ zu beschäftigen!

Diese (da sind wir uns sicher einig) überaus geschickte Strategie entlarvt, begann ich zu suchen. Ich stellte ALLES, was für mich „schon immer“ als Wahrheit gegolten hatte, in Frage. Ich schaute in bisher unbekannte und undenkbare Richtungen. Ich lernte, die Perspektive zu wechseln, mich und mein bisheriges Leben mit Distanz zu betrachten.

Immer mit dem tiefen inneren Wissen (das rückblickend tatsächlich einfach nur ein Gefühl war), dass es da mehr gibt. Mehr für mich, mehr für mein Leben und mehr für alle anderen Schauspielkolleg*innen…

… ich begann, Dinge anders anzugehen, als ich das bisher getan hatte.

Ich hielt zum Beispiel nicht mehr an „Ich bin stark, ich schaffe das alles alleine!“ fest. Bis meine erste Bitte um Unterstützung über meine Lippen kam, hatte es eine gehörige Portion Mut gebraucht – und ab dato war es in meinen Augen keine Schwäche mehr, um Hilfe zu bitten.

Im Gegenteil: es war eine Stärke! -Denn wie viel Überwindung hatte es mich doch gekostet, darum zu bitten…

… nun, da ich ohnehin ja grade dabei war, mich und meine Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten und Dinge anders als bisher zu tun,… trat das Human Design in mein Leben. Ich buchte komplett unwissend ein Human Design-Reading.

Ich buchte das für Geld, das ich zu dieser Zeit nicht übrig hatte, bei einer Person, die mir vollkommen unbekannt war. Ich hatte bis dahin noch nie was von Human Design gehört oder gelesen und trotzdem gewann mein Gefühl meine interne Diskussion: ich buchte das Ding trotzdem.

(—> War ich jetzt eigentlich vollends übergeschnappt?!?)…

… dieses Reading hat wirklich eingeschlagen: ich war überrascht, verblüfft, ein wenig überfahren, habe gelacht, hatte Tränen in den Augen,… und erkannte mich in den Worten, die ich hörte, so unfassbar gut wieder. (Ja, auch das an mir, was ich bisher liebend gerne versteckt hatte!)

Häh?!? Was war da eben passiert? Wie kann es sein, dass mich ein Mensch so treffend beschreibt, der von mir nur wenige Daten zur Verfügung gestellt bekommen hatte?

Das Reading beendet, führte mein nächster Schritt zu Google mit der Sucheingabe: „ist Human Design eine Sekte?“…

… meine Recherche ergab vieles, jedoch keinen Hinweis auf eine Sekte oder ähnliches. Scheint vertrauenswürdig… Also begann ich mich selbst im Human Design zu suchen und immer mehr zu erkennen.

Okay, das scheint ein (unerwartet) großes Fass zu sein, das ich da geöffnet hatte: ich bin plötzlich gerne für mich alleine (ich traue mich tatsächlich „NEIN“ zu sagen, wenn mir nach „nein“-Sagen ist! 😉 ), ich befasse mich mit meinen „Päckchen“ und reflektiere. Ich fühle rein in das, was dieses Human Design mir an Impulsen bietet und ich lerne, mich mehr und mehr zu erkennen. In dem Wirrwarr, zwischen all den „Wahrheiten“, die ich bisher über mich geglaubt hatte, sehe ich… MICH. (Ähm…Kann das tatsächlich ICH sein?)…

… immer mehr habe ich den Verdacht, dass das hier ziemlich gut werden könnte. Denn es zwingt mich tatsächlich niemand, mich an ein Drehbuch zu halten, das mir nicht entspricht.

Dann irgendwann habe ich es gewagt einen, oder eher zwei/drei, erste, vorsichtige Blicke hinter die Kulissen zu werfen, „Hallo“ zu mir selbst zu sagen und ich erkenne:

Mit jedem Learning, das in mein Bewusstsein tritt, verstehe ich mich ein bisschen besser. Ich ziehe es sogar in Betracht, meine Eigenschaften ganz gut zu finden – auch die, die ich bisher gerne versteckt hatte (die finde ich natürlich zuerst maximal „okay“, bis ich sie dann irgendwann „gut“ finde, dauert es zu diesem Zeitpunkt noch ein bisschen 😉 )
 

Ein seltsames Gefühl, mit meinen über 30 Jahren „plötzlich“ zu erkennen, dass ich bisher statt mein Spiegelbild zu sehen, auf eine Mauer mit einem verzerrten Abbild von mir geblickt hatte…

… ein verzerrtes Abbild von mir, projiziert auf eine Mauer, die ich selbst über dreißig Jahre lang fleißig aufgebaut hatte. Bestehend aus Ansprüchen und Erwartungen, die ich an mein eigenes Abbild hatte. (Na gut – Unterstützung beim Mauerbau hatte ich natürlich schon; zum Beispiel von den allgemein gültigen gesellschaftlichen Schubladen, in die auch ich gerne passen wollte)

Manche meiner Eigenschaften mag ich sofort, weil sie mir bereits bekannt sind. Bei anderen denke ich „das kann ich doch niemandem zeigen“. Da ploppen dann Gedanken auf wie „das macht man nicht“, „das gehört sich anders“,… und ähnliche Glaubenssätze, die man halt im Laufe seines Lebens so als „Wahrheit“ speichert.

Ja, manchmal braucht es auch ein bisschen Mut, hinzuschauen (vorgreifend: noch für nichts anderes hat sich irgendein Mut in meinem Leben so gelohnt)…

… und irgendwann hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass sich dieser ganze Nebel so langsam ein bisschen verzog…

Ab diesem Moment – der vermutlich eher ein schleichender Prozess war und mir irgendwann einfach bewusst wurde – hat sich mein Blick auf vieles verändert: auf mich selbst, auf andere Menschen und auf die Welt um mich herum.

Ich habe angefangen, Schubladen weniger ernst zu nehmen. Nicht, weil Kategorien oder Begriffe grundsätzlich falsch wären. Manchmal helfen sie sogar sehr, etwas überhaupt erst greifbar zu machen. Aber sie erklären für mich eben nie den ganzen Menschen.

Und auch mein Blick auf „Stärken“ und „Schwächen“ wurde weicher: Etwas, das ich lange als Schwäche gesehen hatte – zum Beispiel um Hilfe zu bitten – konnte sich plötzlich ganz anders zeigen. Nicht automatisch als „eigentlich doch eine Stärke“. Sondern einfach als etwas, das ich neu betrachten konnte.

Und je mehr ich das tat, desto weniger hatte ich das Gefühl, irgendeiner festen Vorstellung davon entsprechen zu müssen, wie ich zu sein habe.

Ich konnte mich in meinen verschiedenen Rollen immer mehr so zeigen, wie ich mich darin tatsächlich erlebte – ohne dafür jemand anderes spielen zu müssen…

… lange hatte ich gedacht, die Menschen um mich herum mögen, schätzen und lieben eigentlich gar nicht mich, sondern eher die Vorstellung, die sie von mir haben – also die Version von mir, die ich ihnen gezeigt habe und die ziemlich gut in meine (und teilweise auch ihre) Drehbücher gepasst hat.

Heute würde ich das so nicht mehr behaupten.

Denn woher zum Henker will ich eigentlich wissen, was andere damals wirklich in mir gesehen, gemocht oder geliebt haben?! 😉

Was ich aber ziemlich sicher sagen kann: Ich selbst habe mich oft nur in Ausschnitten gezeigt. Manche Seiten waren okay, andere passten so gar nicht in mein Bild davon, wie ich sein sollte – also blieben die lieber hinter der Mauer.

Und je mehr ich mich getraut habe, auch diese Seiten überhaupt mal anzuschauen, desto mehr habe ich gemerkt:

Huch… die gehören ja tatsächlich auch zu mir! Manche davon mag ich sofort. Bei anderen denke ich erstmal eher: „Joaaa… muss das jetzt wirklich sein?“

Und manches möchte ich vielleicht irgendwann verändern.

Aber ich muss nicht erst eine komplett andere, optimierte oder „perfekt authentische“ Version von mir werden, bevor ich okay bin:

Ich darf mich kennenlernen, mich mit dem auseinandersetzen, was gerade da ist – und mich von dort aus weiterentwickeln.

Nicht zu einer besseren Version von mir. Sondern immer mehr zu mir.

Was ich zwischenzeitlich also mit absoluter Überzeugung sagen kann:

Je mehr ich mich selbst kennenlerne und je mehr ich mich traue, auch danach zu leben, desto mehr verändert sich mein Blick auf mich, auf andere Menschen und auf mein Leben.

Und ja – dadurch hat sich bei mir auch im Außen einiges verändert.

  • Ich habe ein viel ehrlicheres und tieferes Verständnis für mich selbst entwickelt – und dadurch auch nochmal einen anderen Blick auf meine Mitmenschen und meine Beziehungen bekommen.
  • Ich finde schneller Möglichkeiten, mit neuen (und auch mit hin und wieder wieder aufploppenden alten 😉) Herausforderungen umzugehen.
  • Ich merke klarer, was ich will, was ich nicht will, was mir guttut und was eben nicht – und schaffe es immer öfter, danach zu handeln.
  • Ich kenne meine Werte heute viel besser und kann dadurch bewusster entscheiden, wie, womit und mit wem ich meine Zeit verbringen möchte.
  • Ich weiß heute eher, wann ich etwas wirklich will – auch wenn es mich vielleicht ordentlich Energie kostet.
  • Und ich merke schneller, wenn sich etwas für mich verändert hat und eine Entscheidung, die irgendwann mal gepasst hat, heute vielleicht nicht mehr passt.

Ist dadurch alles einfacher geworden? – Nö. 😄 … manches vielleicht.

Anderes ist sogar komplizierter geworden, weil ich mir selbst nicht mehr ganz so leicht ausweichen kann.

Aber mein Leben fühlt sich für mich heute viel mehr nach meinem Leben an.

Und ich glaube wirklich eher nicht daran, dass sich plötzlich die komplette Welt da draußen verändert hat, nur weil ich damit begonnen hab, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Vielmehr vermute ich, es hat sich vor allem etwas in mir verändert – und damit eben auch, wie ich diese Welt sehe, was ich wahrnehme und wie ich mich in ihr bewege.

… und wer weiß, was ich in ein paar Jahren dazu sage. 😉

Kommt dir irgendwas davon bekannt vor, was du hier gelesen hast?

Vielleicht hast du an der ein oder anderen Stelle gedacht: „Häh… ja. Das kenn ich irgendwie.“

Oder du bist einfach neugierig geworden, was bei dir eigentlich alles auftaucht, wenn du mal ein bisschen anders auf dich schaust.

Wenn du Lust hast, dabei nicht ganz alleine rumzustochern, können wir auch gemeinsam draufschauen. Nicht, weil ich besser weiß, wer du bist. Sondern weil ich dir meine Wahrnehmung, Fragen, Gedanken und – wenn es passt – auch Human Design als zusätzliche Perspektive zur Verfügung stellen kann.

Was davon für dich etwas bedeutet, findest du selbst heraus.

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